Wie wollen wir leben, wenn wir älter werden? Diese Frage hat am 20. August viele Menschen ins Gemeindehaus der Willehadi-Kirche geführt. Unser Abend mit Dipl.-Ing. Andrea Beerli vom Niedersachsenbüro Neues Wohnen im Alter war sehr gut besucht – und geprägt von großem Interesse, vielen Fragen und einem intensiven Austausch.
Andrea Beerli machte deutlich: Beim Wohnen im Alter geht es um weit mehr als Barrierefreiheit oder Pflege. Die meisten Menschen möchten möglichst lange selbstständig, selbstbestimmt und sozial eingebunden in ihrem vertrauten Umfeld leben. Dafür braucht es neben geeignetem Wohnraum auch Begegnung, Unterstützung im Alltag und verlässliche Nachbarschaften.
Wie unterschiedlich das aussehen kann, zeigte der Vortrag anhand zahlreicher Beispiele: selbst organisierte gemeinschaftliche Wohnprojekte, Wohnangebote von Genossenschaften oder anderen Trägern, ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften und organisierte Nachbarschaftshilfen. Auch Beispiele aus der Region Hannover – etwa aus Mandelsloh und Scharrel – zeigten, dass neue Wohnformen längst keine theoretische Idee mehr sind.
Besonders spannend war die Frage, wie vorhandener Wohnraum neu genutzt werden kann. Einfamilienhäuser, die einmal für eine ganze Familie gebaut wurden, passen nach dem Auszug der Kinder oft nicht mehr zur Lebenssituation ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. Durch Umbau, Teilung oder gemeinschaftliche Nutzung können daraus neue Wohnmöglichkeiten entstehen – ohne dass dafür immer neu gebaut werden muss.
„Der Abend hat gezeigt, dass das Thema viele Menschen beschäftigt. Wir müssen nicht für alle dieselbe Antwort finden, sondern unterschiedliche Möglichkeiten schaffen. Entscheidend ist, dass Menschen auch im Alter selbst entscheiden können, wie und mit wem sie leben möchten“, sagt Jessica Peine von Bündnis 90/Die Grünen Garbsen.
Ein weiterer wichtiger Punkt des Vortrags war die Rolle der Kommune. Städte können informieren und beraten, Akteure miteinander vernetzen, Projekte unterstützen und gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern überlegen, was vor Ort gebraucht wird. So können Wohnprojekte und aktive Nachbarschaften zu einem Baustein für lebendige Quartiere werden.
Genau darüber wurde im Anschluss intensiv diskutiert: Was davon könnte auch in Garbsen funktionieren? Welche Angebote fehlen heute? Und was können Politik, Verwaltung und engagierte Bürgerinnen und Bürger gemeinsam anstoßen?
Vielen Dank an Andrea Beerli für die vielen konkreten Beispiele und Impulse – und an alle Gäste für die Fragen, Erfahrungen und den offenen Austausch.
Präsentation zum Nachlesen
Wer den Vortrag noch einmal nachlesen möchte oder an diesem Abend nicht dabei sein konnte, dem stellen wir die Präsentation von Andrea Beerli gerne zur Verfügung: