Europa-Politiker zu Gast: Grüner Austausch über Fluglärm & Verkehr

  • Veröffentlicht am: 19. April 2018 - 23:51
Loaklpolitiker und EU-Abgeordnete kämpfen gegen Fluglärm
Felix Schünemann, Hans-Peter Wendorff, Michael Cramer, Eike Lengemann (von links) - ©Grüne Garbsen

Mehrere Ortsverbände in der Region Hannover haben das Thema "Fluglärm" ganz oben auf Ihrer Agenda stehen. So auch unsere Freundinnen und Freunde im OV Isernhagen. Am 19. April 2018 fand in Altwarmbüchen eine Informationsveranstaltung zu dem Thema statt. Der OV Isernhagen hatte den Europaabgeordneten und Verkehrsexperten Michael Cramer eingeladen.

Wir, die Grünen in Garbsen, wollten uns diesen Termin nicht entgehen lassen und haben an dem Austausch ebenfalls teilgenommen. Es sollte ein informativer und kurzweiliger Abend werden. Cramer informierte umfassend über die aktuellen Probleme in der Verkehrspolitik aus Sicht eines Europapolitikers. Dabei prangerte er vor allem die ungerechte Behandlung des von Steuern und Maut stark belasteten Schienenverkehrs gegenüber dem durch von den meisten Abgaben befreiten subventionierten Luftverkehr an.

EU-Politiker Michael Cramer informiert über FluglärmZu Beginn informierte Michael aber über die Enwticklung von CO2-Emissionen. Sein Fazit: alle Bemühungen CO2 einszusparen, zum Beispiel beim Thema Wohnbausanierung, werden durch den gestiegen Ausstoß im Verkehrssektor zunichtegemacht. Der Verkehr in einer Stadt ist zu 40% für die CO2-Emissionen verantwortlich. Studien zeigen zudem, dass rund 90% aller Autofahrten in den Städten unter sechs Kilometer lang sind. Ein idealer Punkt um anzusetzen, sagt Cramer. Solch kurze Strecken sind seiner Ansicht nach ein ideales Argument für den Umstieg auf den ÖPNV oder auch das Fahrrad.

Für großes Unverständnis bei den Zuhörern sorgte zudem das Thema "Schienenmaut". Im Vergleich zum Straßennetz sind sämtliche Zugestrecken zu 100% mit einer Maut belegt. Das Straßennetz jedoch nur zu einem Prozent.  Beim Thema "Luftverkehr" wird der verzerrte Wettbewerb noch deutlicher. Neben Steuersubventionen von 30 Milliarden Euro pro Jahr sorgen auch die Ausbeutung von Piloten dazu, das Fliegen im Vergleich zum Bahn fahren so gut wie nichts kostet.

Ein Patenrezept, wie man den Fluglärm verhindern kann, hatte Cramer leider auch nicht. Vielmehr wurde deutlich, dass auf europäischer Ebene solch lokale Probleme sich nicht ohne weiteres lösen lassen. Denn das Vorgehen ist komplex und muss von der EU-Kommission ausgehen und am Ende von allen drei Euro-Instanzen auch durchgewunken werden. Dazu gehören neben der Kommission auch das Europa-Parlament und der Europarat.

Eine Vision hatte Cramer aber dann doch, wie sich der Fluglärm für alle in ganz Europa regulieren ließe. Mit einer Luftverkehrsmaut. Alte und vorallem laute Flugzeuge müssten dann beim Überfliegen bestimmter Zonen deutlich mehr  bzw. überhaupt Gebühren bezahlen als moderne, leisere Jets. 

Auch, wenn sich das Fluglärmproblem nicht per Fingerschnipp lösen lässt, wir kämpfen weiter für eine Nachtruhe. Je mehr Menschen sich zu Wort melden, umso größer wird der Druck auf Politik und schließlich auch die Flughafenbetreiber.

Am Ende möchten wir uns noch Bedanken beim OV Isernhagen für die Gastfreundschaft und einen tollen Abend mit einem interessanten Gesprächspartner sowie einem spannenden Thema.